Sieben Jahre complice

Im Frühjahr 2002 öffneten sich die Türen eines neuen Ortes für Klang, Kunst und in Berlin. Dieser Ort wurde auf den Namen complice getauft. Er feiert dieses Jahr gemeinsam mit seinen complicen seinen siebten Geburstag.

Vorab ein Frage:
Warum eigentlich besuchen sich die Spielarten der Kultur so selten untereinander, öffnen nicht den Blick und lassen sich in fremdes Gewässer entführen?

Ein Versuch
Begonnen hat alles vor vielen Jahren im Düsseldorfer Atelier der Künstlerin Sabine Schall. Damals initierte sie die Konzertreihe Tag/Nacht. Mit der Reihe wolle sie der imaginären Grenze zwischen Musik und Kunst entgegenwirken, lud Komponisten aus der Neuen Musik und Künstlerkollegen ein. Viele Klänge wurden gehört und Gespräche geführt. Tag/Nacht schlug einer Brücke zwischen Kunst und Musik. Ein lebendiger Ort zwischen Öffentlichkeit und Privatem.

Das Saatgut
Diese Gespräche und Klänge hatte Sabine Schall im Gepäck, als sie, wie die Designerin Ingken Wagner, 1999 nach Berlin zog. Hier begegneten sie sich.
Zwei Jahre und viele Gespräche später gründeten sie gemeinsam complice. Ein Ort, der die Gedanken der alten Tag/Nacht Konzertreihe aufnahm – und erweiterte.

Der Ort
In einer ruhigen Ecke Berlins liegt die Bänschstraße in Friedrichshain. Eines der Ladengeschäfte in einem Haus wurde zu einem Kunstort, den die beiden complicen in vier Wochen im Frühjahr 2002 in Eigenregie umgebaut – und verwandelten ein Büro in ein offenes, helles Atelier.

Der Startschuss
Ein schönes Datum hat sich complice zu seinem Geburstag ausgewählt: den 4.4.2002. Vielen Freunde und Neugierige lauschten ein ganzes Wochenende. Die Eröffnungskonzerte spielten der Celllist und Komponist Marcus Kaiser, die Performer Chico Mello und Fernanda Fahrah und die Musiker des Ensebles x-pol-batterie.
Seit dem tönt es aus den Räumen in der Bänschstraße 20; mal filigran und tastend, mal stark und klar. Der Fokus liegt auf dem Klang. Performances, Ausstellungen oder Installationen ergänzen das Programm.
So erweitert das Gehörte das zu sehende und das Gesehen das zu hörende.

Der Weg
Am Anfang einer Komplizenschaft steht eine Begegnung. Oft sind es leise, flüchtig oder auch komplexe Konzepte, die an kommerziellen Orten nicht aufgeführt werden wollen. Die Künstler geben den Weg und den Takt vor, für die Arbeiten, die entstehen sollen. complice nimmt sich dieser an und ermöglicht ihnen einen Raum und eine Öffentlichkeit.
complice versteht sich als Brückenbauer. Als jemand, der Neugierig machen will und Raum gibt für Wagnisse. Es ist ein Ort, der nicht vorschreiben will oder vorschreibt und sich die Unabhängigkeit dafür bewahrt.
Das ist und bleibt das Anliegen von complice.

Nach sieben Jahren
Aus complice ist ein viel besuchter Ort geworden. Ein Ort, der weder Galerie noch Veranstaltungsraum ist, sondern eine Plattform für Künstler, Musiker und Freunde.
Durch seine kontinuierliche Arbeit ist complice inzwischen eine Konstanten in der Klang- und Kunstszene, die weit über die Stadt- und Landesgrenze hohes Ansehen geniesst.
Ohne kommeziellen Druck und Hintergründe, hat complice in seiner siebenjähren Arbeit Anlass für neue künstlerische Auseinandersetzungen gegeben. Die Unabhängigkeit hat sich dabei als hohes Gut herausgestellt: Kein Budgetplan, kein Jahresprogramm stört beim Auffinden der Dinge, die realisiert werden wollen.
In dieser Zeit verliess complice nie seinen konzeptuellen Weg – und wird ihn auch in Zukunft weitergehen.

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